Funktionelles Labor
Biochemische Statusfeststellung der Regulationsfähigkeit
Was ist ein funktionelles Labor?
Das funktionelle Labor dient der objektiven Statusfeststellung der biochemischen und neurovegetativen Regulationsfähigkeit.
Im Fokus steht nicht die klassische Diagnosestellung einzelner Erkrankungen, sondern die Frage:
Wie belastbar ist das System aktuell – und welche Regulationssysteme zeigen biochemische Ungleichgewichte oder funktionelle Schwächen infolge psychosomatischer Belastungen?
Durch gezielte Laboranalysen lassen sich biochemische Ungleichgewichte und funktionelle Schwächen sichtbar machen, die für den therapeutischen Verlauf relevant sein können – insbesondere dann, wenn Beschwerden bestehen, klassische medizinische Befunde jedoch unauffällig sind.
Warum kann ein funktionelles Labor sinnvoll sein?
Der zugrunde liegende Mechanismus
Aus der wissenschaftlichen Evidenz ist bekannt, dass chronische psychosomatische Belastungen – wie anhaltender Stress, Schmerzen, Schlafstörungen oder emotionale Überforderung – das biochemische Gleichgewicht des Körpers beeinflussen können.
Mögliche Folgen sind unter anderem:
ein aus dem Gleichgewicht kommen der Stressachsen (z. B. Cortisol-, Melatonin- und DHEA-System)
eine verminderte Verfügbarkeit wichtiger Mikronährstoffe
eine reduzierte Regenerations- und Anpassungsfähigkeit des Organismus
Diese biochemischen Veränderungen können dazu führen, dass therapeutische Maßnahmen weniger effektiv greifen, gleichzeitig bestehende Symptome zunehmen und sich dadurch die weitere Stabilität des Systems verschlechtert.
Dem Körper fehlt in diesem Zustand häufig die innere Grundlage, um angemessen auf Therapie zu reagieren.
Genau das möchten wir vermeiden.
Das funktionelle Labor hilft uns zu erkennen, wo gezielt Stabilität aufgebaut werden sollte, um die Regenerationsfähigkeit des Körpers wiederherzustellen und eine tragfähige Grundlage für eine wirksame Behandlung zu schaffen.
Oder bildlich gesprochen:
Wir geben gezielt Öl in den Motor – damit der Körper wieder arbeitsfähig wird und Therapie greifen kann.
Wann ist ein funktionelles Labor sinnvoll?
Ein funktionelles Labor wird nicht routinemäßig, sondern gezielt und indikationsbezogen eingesetzt.
In der Regel erfolgt eine Empfehlung dann, wenn:
die Anamnese Hinweise auf anhaltende körperliche oder psychosomatische Belastungen zeigt
die klinische Einschätzung eine vertiefende biochemische Einordnung sinnvoll erscheinen lässt
insbesondere das HRV-Biofeedback Hinweise auf eine eingeschränkte Regulationsfähigkeit liefert
Das funktionelle Labor ist somit eine optionale Ergänzung, kein verpflichtender Bestandteil der Therapie.
Ziel und therapeutischer Nutzen des funktionellen Labors
Der primäre Zweck des funktionellen Labors besteht darin,
therapeutische Maßnahmen noch gezielter, spezifischer und individueller planen zu können.
Konkret dient der Befund dazu:
funktionelle Schwächen frühzeitig zu erkennen
therapeutische Schwerpunkte präziser festzulegen
die gezielte, begleitende Gabe ausgewählter Mikronährstoffe sinnvoll und nachvollziehbar zu begründen
Ganz nach dem Prinzip:
Erst messen – dann essen.
Mikronährstoffe werden dabei nicht pauschal, sondern befundbasiert und unterstützend eingesetzt – mit dem Ziel, funktionelle Defizite auszugleichen und dem Körper wieder die biochemische Grundlage für eine wirksame Behandlung zu geben.
Typische Parameter im funktionellen Labor
Hormonelle Regulationsachsen (Stress & Schlaf)
Cortisol
– zentrales Stresshormon
– zeigt, wie der Körper aktuell auf Belastung reagiert
– relevant bei anhaltendem Stress, innerer Unruhe oder Erschöpfung
Melatonin (inkl. Tages-/Nachtverhältnis)
– wichtig für Schlaf-Wach-Rhythmus und Regeneration
– relevant bei Ein- und Durchschlafstörungen sowie nicht-erholsamem Schlaf
DHEA
– körpereigenes Regenerations- und Aufbauhormon
– wichtig für Stressresilienz, Belastbarkeit und Erholungsfähigkeit
→ Diese Parameter ermöglichen eine biochemische Einschätzung der Stress- und Schlafbalance.
Schilddrüsenparameter bei Erschöpfungszuständen
Bei chronischer Erschöpfung, Leistungseinbrüchen oder diffuser Symptomatik können Schilddrüsenparameter Hinweise darauf geben, wie stark das System unter anhaltender Belastung stand – auch dann, wenn keine klassische Schilddrüsenerkrankung vorliegt.
Weitere funktionelle Systeme
Je nach individueller Fragestellung können zusätzlich untersucht werden:
Darmparameter (z. B. Schleimhaut- und Verdauungsfunktion)
Leber- und Stoffwechselparameter
Aminosäurenprofile
umfassende Mikronährstoffprofile
So lässt sich differenziert erfassen, welche Körpersysteme in welchem Ausmaß von psychosomatischen Belastungen betroffen sind.
Medizinische Einordnung & Weiterleitung
Sollten die Laborbefunde nicht nur funktionelle Ungleichgewichte, sondern deutlich ausgeprägte oder behandlungsbedürftige Defizite zeigen, erfolgt selbstverständlich eine entsprechende Weiterleitung an geeignete ärztliche oder medizinische Fachkolleg:innen.
Das funktionelle Labor dient damit auch der sicheren Einordnung, Abgrenzung und verantwortungsvollen Weiterleitung.
Ablauf & Organisation
Die Laboruntersuchungen erfolgen über unser privates Partnerlabor Verisana
Die Rechnungsstellung erfolgt direkt an die untersuchte Person
Die Laborbefunde werden an unsere Praxis übermittelt
Die Ergebnisse werden therapeutisch eingeordnet und gemeinsam nachbesprochen
Kosten & Transparenz
Je nach Umfang der Untersuchung liegen die Kosten in der Regel zwischen ca. 50 € und 350 €
Es handelt sich nicht um eine Kassenleistung
Eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen erfolgt in der Regel nicht
Welche Parameter sinnvoll sind, wird individuell, transparent und nachvollziehbar besprochen.
Einordnung im therapeutischen Gesamtkonzept
Das funktionelle Labor ist keine Therapie, sondern eine diagnostische Ergänzung, um den therapeutischen Prozess fundierter, sicherer und wirksamer zu gestalten.
Wir schaffen zuerst die biochemische Grundlage – damit Therapie wieder greifen kann.