Warum chronische Schmerzen nicht einfach „wegtrainiert“ werden können
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen sagen irgendwann einen dieser Sätze:
„Ich mache doch schon Yoga.“ –
„Ich habe doch schon Physiotherapie gemacht.“ –
„Ich meditiere regelmäßig.“ –
„Ich habe Massagen, Osteopathie, Akupunktur ausprobiert – und trotzdem geht der Schmerz nicht weg.“
Das kann frustrierend, verunsichernd und manchmal auch entmutigend sein. Denn all diese Methoden sind sinnvolle Tools –
und trotzdem greifen sie bei chronischen Schmerzen oft nicht ausreichend.
Nicht, weil du etwas falsch machst. Sondern weil chronische Schmerzen selten eindimensional entstehen – und deshalb
auch nicht eindimensional gelöst werden können.
Warum Yoga, Übungen und Massagen bei chronischen Schmerzen oft nicht ausreichen
Bewegung, Yoga, Dehnen, Training oder Massagen können kurzfristig spürbar entlasten: Die Muskulatur wird weicher,
die Durchblutung verbessert sich, der Körper fühlt sich „freier“ an. Das ist wertvoll – nur ist es bei chronischen
Schmerzen häufig nicht die ganze Geschichte.
Denn chronischer Schmerz wird oft nicht mehr nur durch ein lokales Problem (z. B. „verkürzt“, „blockiert“, „entzündet“)
aufrechterhalten, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel aus Nervensystem, Stress- und Schutzreaktionen, Schlaf,
Belastungen, Gewohnheiten und biochemischen Faktoren.
Dann gilt: Du kannst noch so „richtig“ üben – wenn das System im Inneren dauerhaft auf Alarm steht, bleibt der Schmerz
hartnäckig oder kommt nach kurzer Erleichterung wieder zurück.
Chronischer Schmerz ist kein reines Körperproblem
Chronischer Schmerz bedeutet nicht automatisch, dass „etwas kaputt“ ist. Häufig ist es eher so, dass der Körper gelernt hat,
Schmerz als Schutzsignal dauerhaft hochzufahren – selbst dann, wenn die ursprüngliche Ursache längst vorbei oder nur noch ein
Teil des Problems ist.
Dabei spielen oft mehrere Ebenen zusammen:
- Nervensystem & Stressregulation: Daueranspannung, Alarmbereitschaft, Reizüberflutung, fehlende Erholung
- Schmerzgedächtnis: Das System „erwartet“ Schmerz und reagiert schneller und stärker
- Emotionale Belastungen: Druck, Überforderung, unverarbeitete Stressmuster, innere Konflikte
- Schlaf & Regeneration: Zu wenig Tiefschlaf, zu wenig „Runterfahren“, zu wenig echte Erholung
- Biochemische Faktoren: Entzündungsneigung, Nährstoffstatus, Energiehaushalt, Stressachsen
Das erklärt, warum rein körperliche Maßnahmen oft nicht „durchschlagen“: Sie adressieren einen Teil –
aber das Gesamtsystem bleibt im selben Muster.
Warum viele Therapien einzeln sinnvoll sind – aber gemeinsam oft fehlen
Hier kommt ein wichtiger Punkt, den viele Betroffene intuitiv spüren: Du kannst viele gute Dinge tun –
und trotzdem fehlt der rote Faden.
Denn einzelne Maßnahmen können jeweils eine sinnvolle Wirkung haben:
- Physiotherapie & Training: Funktionsverbesserung, Belastbarkeit, Bewegungsqualität
- Osteopathie: Gewebespannung, Schmerzreduktion, Funktionsverbesserung
- Massagen: kurzfristige Entspannung, Spannungsreduktion, Entlastung
- Yoga & Dehnen: Beweglichkeit, Körperwahrnehmung, sanfte Regulation
- Meditation: mentale Beruhigung, Aufmerksamkeitslenkung, Regeneration
- Akupunktur: vegetative Impulse, Entspannung, Schmerzwahrnehmung modulieren
Das Problem ist selten das einzelne Tool – sondern dass die Bausteine häufig nebeneinander stehen,
statt synergisch zusammenzuarbeiten. Dann entsteht kein nachhaltiges System, sondern ein ständiges
„Ausprobieren“.
Ein multimodaler Ansatz: Wenn alle Ebenen zusammenarbeiten
Bei chronischen Schmerzen braucht es häufig einen Ansatz, der die Ebenen nicht getrennt betrachtet, sondern gezielt verbindet.
Das bedeutet nicht „alles auf einmal“ – sondern sinnvoll abgestimmt.
Ein moderner, multimodaler Ansatz berücksichtigt typischerweise:
- Körper: Funktion, Belastbarkeit, Bewegung, muskuläre Schutzmuster
- Nervensystem: Stressregulation, Sicherheit im System, Reizverarbeitung
- Psychosomatik: Bedeutung, Muster, innere Konflikte, emotionale Überlastung
- Biochemische Regulation: Schlaf, Energiehaushalt, Entzündung, Ressourcen
Der Unterschied liegt in der Abstimmung: Wenn die Maßnahmen so gewählt sind, dass sie sich gegenseitig verstärken,
steigt die Chance auf nachhaltige Veränderung – gerade bei komplexen Schmerzverläufen.
ONPT: Synergische Schmerztherapie statt isolierter Maßnahmen
Genau hier setzt die ONPT an: Statt einzelne Methoden als „die Lösung“ zu verkaufen, basiert der Ansatz auf dem
Grundsatz, dass Körper, Geist, emotionale Verarbeitung und biochemische Regulation miteinander verbunden sind.
Das Ziel ist nicht „mehr machen“, sondern passender arbeiten: Die Bausteine werden so kombiniert,
dass ein größerer Wirkfaktor entsteht – weil die Ebenen sich nicht widersprechen, sondern sich unterstützen.
Gerade Menschen, die bereits vieles ausprobiert haben, profitieren oft davon, wenn endlich ein Konzept entsteht,
das die einzelnen Erfahrungen zusammenführt und in eine klare Richtung bringt.
Was tun, wenn trotz vieler Versuche keine nachhaltige Besserung eintritt?
Wenn du das Gefühl hast, schon „alles“ probiert zu haben, ist das kein Beweis dafür, dass es „hoffnungslos“ ist.
Häufig ist es ein Hinweis darauf, dass dein Schmerz mehrschichtig ist – und deshalb ein abgestimmtes Vorgehen braucht.
Wenn du willst, kannst du dir als nächsten Schritt diese Frage stellen:
„Was habe ich bisher getan – und welche Ebene wurde dabei vielleicht nie konsequent mitgedacht?“
Nächster Schritt: Wenn du dir Unterstützung wünschst, findest du bei uns folgende Möglichkeiten:
ONPT+ Unser Online Selbsthilfeprogramm für Körper, nerven & Psyche
Unsere Therapieprogramm für Körper & Schmerzen
Weitere Infos zum Thema chronischer Schmerz, Stressmanagement & Psychosomatik findest du in unserem Praxisforum
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Abklärung bei akuten, unklaren oder plötzlich
stärker werdenden Beschwerden.